Ein Seidenkissen schützt deine Haare nachts vor Reibung, und genau das merkst du am nächsten Morgen. Kennst du das? Du stehst auf, und deine Haare sind verknotet, aufgeraut oder stehen in alle Richtungen ab. Dabei hast du abends eigentlich alles richtig gemacht. Der Grund liegt oft nicht in deiner Pflege, sondern in deinem Kopfkissen. In diesem Beitrag erfährst du, warum Seide hier den Unterschied macht. Außerdem zeigen wir dir, worauf du beim Kauf achten solltest. Denn Seide ist nicht gleich Satin.
Was dein Kopfkissen nachts mit deinen Haaren macht
Im Schlaf drehst du dich viele Male von einer Seite auf die andere. Bei jeder Bewegung reiben deine Haare über den Kissenbezug. Herkömmliche Bezüge aus Baumwolle haben dabei eine vergleichsweise raue Oberfläche. Dadurch wird die äußere Schuppenschicht des Haares mit der Zeit aufgeraut. Zudem nimmt Baumwolle viel Feuchtigkeit auf. So entzieht sie deinen Haaren über Nacht einen Teil ihrer Feuchtigkeit und ihrer natürlichen Fette.
Ist die Schuppenschicht erst einmal aufgeraut, verhaken sich die Haare leichter ineinander. Über Nacht entstehen so kleine Knötchen. Diese musst du morgens herausbürsten, was das Haar zusätzlich belastet. Wie du dabei schonend vorgehst, liest du in unserem Beitrag Haare richtig kämmen. Mit der Zeit splittern außerdem die Spitzen auf. Wichtig zu wissen: Spliss lässt sich nicht reparieren. Pflegeprodukte können ihn höchstens kurzfristig kaschieren. Deshalb hilft am Ende nur ein Schnitt – und vor allem Vorbeugung.
Warum Seide deine Haare schützt
Seide ist eine Naturfaser mit einer besonders glatten Oberfläche. Deine Haare gleiten deshalb über den Stoff, statt daran zu reiben. Dadurch bleibt die Schuppenschicht geschlossen, und es bilden sich weniger Knötchen und weniger Spliss. Außerdem entzieht Seide dem Haar weniger Feuchtigkeit als Baumwolle. Die natürliche Pflege bleibt so dort, wo sie hingehört.
Ein weiterer Vorteil betrifft deine Kopfhaut. Seide ist atmungsaktiv und wirkt temperaturausgleichend. Im Sommer fühlt sie sich angenehm kühl an, im Winter dagegen wohlig warm. Unter deinem Kopf staut sich deshalb weniger Wärme, und die Temperatur der Kopfhaut bleibt ausgeglichen.
Seidenhaube oder Seidenkissen: Was passt zu dir?
Beide Varianten schützen deine Haare nach demselben Prinzip. Trotzdem gibt es im Alltag Unterschiede.
Das Seidenkissen ist die bequemste Lösung. Du ziehst den Bezug einmal auf und musst danach an nichts mehr denken. Allerdings wirkt es nur, solange dein Kopf auch wirklich auf dem Kissen liegt.
Die Seidenhaube umhüllt deine Haare dagegen komplett. Sie schützt also auch dann, wenn du dich viel bewegst oder vom Kissen rutschst. Gerade bei langen, lockigen oder sehr feinen Haaren ist sie deshalb eine gute Wahl. Manche empfinden die Haube anfangs allerdings als ungewohnt. Unser Tipp: Probiere aus, womit du dich wohler fühlst. Du kannst beides natürlich auch kombinieren.
Seide ist nicht gleich Satin
Hier passiert beim Kauf der häufigste Fehler. Seide ist eine Naturfaser, die von der Seidenraupe stammt. Satin bezeichnet dagegen nur eine Webart. Diese erzeugt eine glatte, glänzende Oberfläche – egal aus welchem Material. Günstige Satinbezüge bestehen deshalb meist aus Polyester, also aus einer Kunstfaser.
Optisch ähneln sie echter Seide, und auch glatt fühlen sie sich an. Polyester ist jedoch nicht atmungsaktiv. Unter deinem Kopf staut sich so Wärme, und die Kopfhaut beginnt eher zu schwitzen. Den temperaturausgleichenden Effekt echter Seide bietet Polyester-Satin daher nicht.
Darauf solltest du beim Kauf achten:
- 100 % Maulbeerseide (Mulberry Silk) – die hochwertigste Seidenart
- Mindestens 19 Momme Stoffgewicht – 22 Momme gelten als guter Kompromiss aus Haltbarkeit und Tragegefühl
- „Seidensatin“ ist echte Seide in Satin-Webart und damit in Ordnung
- „Satin“ ohne Materialangabe ist dagegen fast immer Polyester
Regelmäßig waschen, aber schonend
Ein Seidenkissen bringt nur dann etwas, wenn es sauber ist. Nachts sammeln sich darin Hautschüppchen, Talg und Reste von Stylingprodukten. Diese Rückstände landen sonst Nacht für Nacht wieder auf deiner Kopfhaut. Wasche Bezug und Haube deshalb regelmäßig, am besten einmal pro Woche.
Seide braucht dabei etwas Aufmerksamkeit:
- Handwäsche oder Seiden-/Schonprogramm bei maximal 30 °C
- Mildes, pH-neutrales Seidenwaschmittel ohne Enzyme
- Kein Weichspüler und kein Bleichmittel
- Links gedreht im Wäschenetz waschen
- Nicht auswringen und nicht in den Trockner geben
- An der Luft trocknen lassen, aber nicht in direkter Sonne
Übrigens: Eine saubere Kopfhaut ist auch im Salon die Basis für alles. Alle Neukunden durchlaufen deshalb eine Exfoliation als festen Bestandteil des ersten Termins. Dabei entfernen wir Rückstände von Silikonen und Stylingprodukten aus Haar und Kopfhaut.
Der richtige Schnitt als Grundlage
Seide schützt deine Haare vor neuen Schäden. Bereits vorhandenen Spliss kann sie jedoch nicht beseitigen. Hier kommt der Schnitt ins Spiel. Beim organischen Haarschnitt schneidet Marco Stauber nach der ORGÆNIC-Methode entlang der natürlichen Wuchsrichtung. Dadurch fallen deine Haare von selbst in Form und brauchen weniger Styling. Weniger Föhnen und weniger Bürsten bedeuten zugleich weniger Belastung. Zusammen mit Seide bleiben deine Haare so länger gesund und in Form.
Du möchtest wissen, was deine Haare wirklich brauchen?